heimat



hc + ma
und da sind wir auch
nimm es dir
zeigs uns
zu anderen
zu uns
sigi n.

fuck you
 

„BEATLES, ROLLING STONES, FÄIDABOLL“

„AC/DC, MOTÖRHEAD, FÄIDABOLL“

„BON JOVI, COLDPLAY, FÄIDABOLL“.

Fragen Sie auf der Straße x-beliebige Passanten und Innen nach den drei größten Rockbands aller Zeiten, den drei wildesten wie ungestümsten Rock’N’Roll Rabauken des Universum und jenen drei Bands auf dieser Erde, welche am meisten für prickelnde Leidenschaft und lodernde Gefühle stehen, Sie werden oben genannte Konstellationen als Antwort bekommen. Zumindest in Tokyo, Nagasaki, Nagano und unsretwegen auch in Hiroshima. Denn dort sind FÄIDABOLL nicht nur groß, nicht nur größer, nein FÄIDABOLL sind in ganz, ganz Japan die Größten, die Allergrößten.
Es war wie im Märchen, vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Frosch zum Prinzen, von der Raupe zum Schmetterling, vom Straßenköter zum preisgekrönten Rassepudel: Gegründet an einem Lagerfeuer, an einem warmen Julitag im Grazer Kulturhauptstadtjahr 2003, haben die Herren Ma und H.C. immer schon gewusst, dass es keine Zeit zu verlieren gibt. Jahrelang im Proberaum versauern können andere, Proben mindert sowieso nur die Kreativität und raubt wertvolles Aggressionspotential.
FÄIDABOLL gaben stattdessen lieber Gas: Erstes Konzert zwei Tage nach Bandgründung im ehrenwerten JKZ Explosiv (Gruß & Dank!), erste Aufnahmen noch am Gründungsabend (Dank an Andi und die Technik). Zweites Konzert am gleichen Abend wie das erste Konzert auf einer Bank im Park vor dreißig Punks  und vielen entgeisterten Passanten (Dank dem Grazer Stadtpark und seinen Grazer Stadtparkpunks),drittes Konzert zwei Tage nach dem ersten und dem zweiten Konzert, wiederum im ehrenwerten JKZ Explosiv.
Danach ging es Schritt für Schritt, Stein auf Stein, Stock und Hut auf nach Japan. Die Rucksäcke wurden gepackt, die Gitarre verstimmt, Clubs gebucht und Tokyo Hotels zerstört. Binnen vierzehn Tagen und siebzehn weiteren Konzerten, wurden die Clubs durch Stadien ersetzt, die Debütsingle „Asslpunk“ erreichte die Spitze der japanischen Alternativecharts wo sie bis heute unangefochten steht, und noch viele Jahrzehnte unangefochten stehen wird. „Anarchy in the UK“ und „Smells like Teen Spirit“ die Jugendrevoltehymnen der 70er und der 90er Jahre waren abgelöst durch dieses neue Manifest einer ganzen Sub- und Jugendkultur, geprägt von dem seither viel zitierten Leitspruch: „Ich bin ein Asslpank, hab keine Kohle auf der Bank.“
Doch nicht nur die sogenannte Independent-Fraktion fraß ihren Narren an FÄIDABOLL, auch die eigentlich verachteten Multis, als Blutsauger angesehene Konzerne,  profitgeil anmutende Majorlabels wollten mitfressen. FÄIDABOLL ließen fressen, denn eigentlich waren sie alle eh ganz nett. Wie so üblich im Bussiness warfen also auch FÄIDABOLL sämtliche Ideale und punkkulturtechnischen Wertvorstellungen des Ruhms, der Ehre und Gevatter Mammon zu Liebe über Board und verkauften ihre Seelen der Industrie. Seitdem ist  „Big Brother“ Titelsong der japanischen Version der gleichnamigen Realtiysoap, „Asslpank-Lovesong“ gibt es in jedem Shopping-Center zur Konsumuntermalung, „Gärtnermeister Siegfried N.“ läuft im Werbespot eines japanischen Düngemittelherstellers , der „Scheiß GIS Song“ ist die offizielle Hymne des staatlichen Rundfunks, und „Asslpank“ selbst  hört man mittlerweile im japanischen Frühstücksradio zwischen Shakira und Britney Spears. Was tut punk nicht alles für zehnfach Platin und Goldzähne, für Luxus und das pure Leben:  Koks, Kaviar und Klavierstunden.

Hier in Österreich freilich sieht die Lage etwas anders aus. So werden Sie werte/r WebsitebesucherIn sich sicherlich fragen, wenn die so bekannt, berühmt und nach dazu so furchtbar gutaussehend sind, warum habe ich noch nie etwas gehört von diesen FÄIDABOLLs?
Ja liebe/r WebsitebesucherIn Sie müssen wissen, es ist schwer als heimischer Musikus. All die RED LIGHT FLASHs, NAKED LUNCHS, BAUCHKLANGs, ATTWENGERs und LE TAM TAMs haben ihre gierigen wie schmierigen Tentakel so weit ausgestreckt, ihre fiesen Spinnennetze so fest gespannt, dass man als junge aufstrebende Band ohne Freunde, Bekannte und Verwandte und noch dazu ohne jegliches Talent und mangels jeder auch noch so minimalen Form von Ausstrahlung halt nix reißen kann. Japan war Glück und Casting-Band sind FÄIDABOLL nun mal auch keine.
Daher hieß es erst einmal weiterhin die ohnehin geliebte Bühne des Jugendkulturzentrums Explosiv zu beackern, dem Grazer Orpheum im Rahmen des dort stattfindenden Bandwettbewerbes den Mittelfinger entgegenzustrecken, und auch mal seinen Ruf aufs Spiel zu setzen und für das Schülerradio „Soundportal“ zu spielen.
Während also in Japan ganze Boulevards nach den Herren Ma und H.C. benannt worden waren, Teenager sich Mas Konterfei auf den Rücken tätowieren hatten lassen, und H.C. gemeinsam mit Pete Doherty und Kate Moss ein Nobelrestaurant im feinsten Viertel der Hauptstadt eröffnet hatte, hieß es hierzulande also weiterhin Jugendzentrumsblut lecken und Bandcontest spielen. Von irgend etwas muss punk ja seine Luxusvilla abbezahlen, da helfen nicht einmal mehr Investitionen in karibische Postkastenfirmen (fragen Sie Ihre BAWAG).
Auch in Sachen Release-Politik mussten FÄIDABOLL im gelobten Heimatlande gleich mehrere Gänge hinunter schalten. Während Sony Music in Japan mit dem Konzept Album „Wer hat dem Strache das Hirn gestohlen?“ dieser Tage bereits FÄIDABOLLs achten Longplayer innerhalb von nur drei Jahren auf den begierigen Markt schmieß, brachten die Herren Ma und H.C. es hierzulande auf bis dato nur eine einzige Veröffentlichung. Sony Music Austria jedoch fand „Asslpank“ würde zu wenig nach Robbie Williams klingen und auch „Schnappi“ könne nicht das Wasser gereicht werden. Doch  das kleine aber feine Grazer Oneman-Indielabel „Fernwärme Records“ (Dank dem Didi) würde Wunschschwiegersohnbritenpopper sowie Krokodil ebenso am liebsten im Lokus versenken, was für FÄIDABOLL Grund genug war um „Fernwärme Records“ die exklusiven Vertriebsrechte zu übergeben. Wer noch ein Stück des grandiosen Werkes ergattern möchte, muss sich allerdings beeilen, es sind nur noch siebzig zu haben! (Auflage 100).
Außerdem sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass die Band FÄIDABOLL sich immer wieder mit dem ungeheuerlichen Vorwurf, dass das Alles gar nicht ernst gemeint sei, konfrontiert sehen musste. Obwohl dies natürlich purer Humbug und kompletter Schwachsinn ist, wurden die beiden Herren Ma und H.C. kurzerhand ins Kabarett verfrachtet. Das Kabarett dankte es und kürte die von der Rockband zum Kleinkunstduo mutierten FÄIDABOLL zum Publikumszweiten des „Grazer Kleinkunstvogel 2005“. Ihr erstes zweistündiges Kabarettprogramm „FÄIDABOLL sind ROCK’N’ROLL“ wurde stolze einmal im Three Monkeys zu Graz aufgeführt, die dreißig zahlenden Gäste (darunter auch zwei der Band nicht bekannte Menschen) waren begeistert.
Uns so ging es - während in Japan weiterhin der Yen rollte -  in Österreich auf und ab, vom Rockkonzert zur Kaberettbühne, von Jubelrufen bis hin zu Schlägen entrüsteter RED LIGHTS FLASH (Sie wissen schon die Band mit den Tentakeln) Fans.

Sie sehen liebe/r WebsitebesucherIn es ist nicht leicht in dieser Insel der Seeligen namens Österreich Rockstar zu werden, auch wenn man in Japan längst schon einer ist. Aber solange Siegfried N. Bürgermeister von Graz ist, H.C. Strache Politik machen darf und Wachbeamte in Monitoren beobachten können wenn wir am Jakominiplatz in unseren Nasen bohren, werden FÄIDABOLL nicht aufhören zu rocken und schon gar nicht werden sie aufhören zu schocken, denn eines müssen Sie wissen: FÄIDABOLL sind ROCK’N ROLL!!!!

Ihre Fa. FÄIDABOLL

PS: Ein Teil der hier dargebotenen Informationen entspricht tatsächlich der Wahrheit. Doch was ist Fakt und was Fiktion? Urteilen Sie selbst.